04.11.-06.11.2024 | Travemünde

Arbeits- und Gesundheitsschutz – Aufbauseminar

Nord 411/24     Verfügbar


Der Gesetzgeber räumt dem Arbeits- und Gesundheitsschutz einen hohen Stellenwert ein. Aus gutem Grund, wie die Zahlen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeits- platz (EU-OSHA) zeigen. Arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen verursachen in der EU jedes Jahr Kosten von 476 Milliarden Euro – das sind 3,3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dabei gibt es Schätzungen, die davon ausgehen, dass für jeden Euro, der in die Prävention investiert wird, die Arbeitgeber durch weniger Fehlzeiten sowie Krankheits- und Behandlungskosten 1,60 € „zurück bekommen“.

In diesem Aufbauseminar wollen wir vertieft in die sich ergebenden Handlungsmöglichkeiten für die Arbeitnehmer*innenvertretungen eingehen, weil der Gesetzgeber und die Rechtsprechung bei nahezu allen Maßnahmen in diesem Handlungsfeld die Beteiligung der Arbeitnehmer*innenvertretungen zwingend vorschreiben.

Themenschwerpunkte:

  • Statistische Grundlagen
  • Rechtsgrundlagen
    • SGB VII, BGB, ArbSchG, ArbStättV, BetrSichV, DGUV, GDA / EstG / Aktuelle Rechtsprechung
  • Die Bedeutung von „Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse“
  • Arbeitsbedingte Gefährdungen
    • Physische Belastungen am Arbeitsplatz
    • Psychische Belastungen am Arbeitsplatz
    • Gefährdungsbeurteilungen: Erfassen, Dokumentieren, Handeln
  • Was bedeutet „Prävention“ und wie funktioniert das?
  • Besondere Aspekte bei gesundheitsfördernder Arbeitszeitgestaltung
  • Was kann die Arbeitnehmer*innenvertretung tun, um die Eigenvorsorge der Beschäftigten zu fördern?
  • Wie kann die Interessenvertretung andere Informationsquellen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz nutzen?
    • ASA-Protokolle/ Unfallanzeigen/ Betriebsbegehungen/ Überlastungsanzeigen/ Gefährdungsbeurteilungen/ BEM/ Betriebliche Kennzahlen/ Branchen-Benchmarks/ Externe Informationsquellen
  • Maßnahmen ableiten und umsetzen – die Rolle der Interessenvertretung